Die Aktion Rote Hand an der Goetheschule

Kinder sind keine Soldaten

Am 12. Februar ist internationaler #Red Hand Day – Vom Kinderhilfswerk terre des hommes vor 15 Jahren gegründet, protestieren Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus der ganzen Welt gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren als Soldat*innen. Internationales Symbol gegen die (Zwangs-)rekrutierung von Kindersoldat*innen ist der Abdruck der roten Hand.

Die Klasse G10b beging den Red Hand Day bereits am heutigen 11. Februar, zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Sandra Paul. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich zuvor im Politik- und Wirtschaftsunterricht mit ihrer Lehrerin Sina Lannert in das Thema eingearbeitet und Informationsplakate für ihre Aktion erstellt. Für heute Morgen hatten sie interessierte Klassen aller Jahrgangsstufen zu sich eingeladen, um zu informieren und um einen Farbhandabdruck zu hinterlassen. Jede Schülerin bzw. jeder Schüler, die/der mochte, durfte an der Aktion aktiv teilnehmen, ihren/seinen Abdruck machen und diesen mit einer persönlichen Nachricht beschriften. Die Klassen waren sehr erstaunt, als sie erfuhren, dass es schätzungsweise 250.000 Kindersoldat*innen weltweit gibt, viele davon in Krisengebieten in Afrika und im Nahen Osten. Deswegen haben sie fleißig Hände gedruckt und es sind tatsächlich 268 geworden!!!

Am Ende des Projekttages wurden die gesamten Hände an Dieburgs Bürgermeister, Herrn Frank Haus, überreicht. Dieser hat nun den Auftrag, die Hände an Herrn Manfred Pentz, Abgeordneter im Hessischen Landtag für den Kreis Darmstadt-Dieburg, zu übergeben, sodass sie am Ende in Berlin bei den Bundestagsabgeordneten und Außenministerin Frau Annalena Baerbock ankommen. In den letzten Jahren wurden schon Hunderttausende rote Handabdrücke in über 50 Ländern gesammelt und an Politiker und Verantwortliche übergeben.

Die Klasse G10b ist sich sicher: Gerade in Corona-Zeiten ist ein deutliches und sichtbares Zeichen der Solidarität für die Kinder wichtig, die in Kriegen kämpfen müssen. Die Zahl der Kindersoldat*innen nimmt zu. Das hat mit Corona zu tun, aber auch mit der Klimaveränderung. Staaten und Gesellschaften, die ohnehin geschwächt sind, erleben immer stärker krisenhafte Situationen, in denen Kinder immer Mitleidende sind.

Für die G10b der Goetheschule war es ein toller Tag! Sie haben nicht nur viel Neues erfahren, sondern konnten all die Informationen auch an jüngere und gleichaltrige Schülergruppen weitergeben. Während des Projekttages mussten sie alle mit anpacken, hatten aber auch ihren Spaß dabei! Da gab es die Station, an der die Hände gedruckt wurden, eine zum Waschen der Roten Hände; ein Team kümmerte sich um das Beschriften und Personalisieren der Zettel und schließlich wurde alles zum Trocknen aufgehängt. Eine weitere wichtige Funktion hatte das Team Info: Sie informierten die Klassen über die weltweiten Umstände zum Thema Kindersoldaten und die Krisengebiete.

Das Hilfswerk terre des hommes will mit dem Red Hand Day außerdem Druck auf die neue Bundesregierung ausüben, damit die Versprechen aus dem Koalitionsvertrage umgesetzt werden. Die Chance ist da: Die Ampel-Koalition hat sowohl ein Rüstungsexportkontrollgesetz, als auch ein Ende der Rekrutierung minderjähriger Soldat*innen durch die Bundeswehr vereinbart. Diese Absichtserklärungen müssen nun zügig umgesetzt werden. Denn auch in Deutschland werden jedes Jahr unter 18-jährige Mädchen und Jungen für die Bundeswehr rekrutiert. terre des hommes setzt sich dafür ein, dass auch die Bundeswehr den internationalen 18-Jahres-Standard einhält und die Rekrutierung und Werbung von Minderjährigen stoppt – die fordert auch der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes und die Kinderkommission des Deutschen Bundestages.