UNESCO Projektschule

Ein Satz aus der Präambel der Verfassung der UNESCO vom 16. November 1945 lautet:

„…da Kriege im Geiste der Menschen entstehen, (müssen)auch die Bollwerke des Friedens im Geiste der Menschen errichtet werden…“

Dieser Satz ist ein wesentlicher Ausgangspunkt für das seit 1953 bestehende, grenzüberschreitende, weltweite Netzwerk der ASP (Associated School Project) UNESCO – Projekt – Schulen, das auch in Berlin vertreten ist. Internationale Erziehung gekennzeichnet durch schulische und außerschulische Aktivitäten steht im Vordergrund. Alle Schularten sind in diesem UNESCO Schul – Netzwerk verteten. In allen Bundesländern unterstützen die Kultusministerien die UNESCO Projektschularbeit. Die Qualitätskriterien der UNESCO-Schulen können Sie sich hier ansehen: Qualitaetspapier

Weitere Infos unter:

www.unesco.de

www.ups-schulen.de

Die Schwerpunkte der UNESCO Projektschulen sind:

  • Menschenrechte
  • Toleranz
  • Demokratie
  • Umwelt und nachhaltige Entwicklung
  • Globales Lernen
  • Erwerb interkultureller Kompetenz
  • Solidarität

umgesetzt durch (Beispiele):

  • Konfliktlotsen, AntiGewalt-Training
  • Anderssein akzeptieren, Theaterarbeit
  • Seminare, Projekte, Wettbewerbe
  • Projekte, Untersuchungen
  • Grenzen überschreiten (Schulpartnerschaften)
  • Begegnungen gestalten
  • in der Praxis zeigen, gestalten (Internationaler Projekttag, alle 2 Jahre)

Die Ziele der UNESCO Projektschulen sind:

  • Zusammenleben lernen in einer pluralistischen Welt in kultureller Vielfalt
  • einen nachhaltigen Beitrag leisten zu einer Kultur des Friedens
  • eine innovative Schule sein mit einem offenen Konzept

In den Schulprogrammen der UNESCO Projekt-Schulenwird fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen ausdrücklich betont. UNESCO Schwerpunkte sind Teil des Unterichts. Außerschulische Lernorte und außerschulische Partner werden in die Schularbeit einbezogen. Es werden vielfältige nationale und internationale Kontakte hergestellt, Begegnungen organisiert und Partnerschaften gepflegt. Die neuen Medien werden intensiv genutzt. Die UNESCO – Netzwerkarbeit wird dokumentiert (Internet, Zeitschrift, Jahresberichte).

Die Schulgremien (Schüler, Eltern, Lehrer) müssen dieser Form der corporate identity zustimmen.

think global – act local

Aufgeschlossenheit gesellschaftlichen Themen gegenüber, Beteiligung über das alltägliche Schulleben hinaus, Kontaktfreudigkeit und Flexibilität über die eigene Schule hinaus kennzeichnen die UNESCO Projekt-Schul-Netzwerk-Arbeit. Regelmäßige Kontakte von Lehrern im UNESCO Arbeitskreis ermöglichen schulübergreifende Projektarbeit.

 

Goetheschüler erinnern an Frieden und 70 Jahre Menschenrechte

„Ich schenke dir ein Menschenrecht!“ – Das war wohl der meist gesagte Satz, den die Schülerinnen und Schüler der Goetheschule Dieburg am Montag, den 10. Dezember 2018 in den großen Pausen von den Schülerinnen und Schülern der Klasse G7b gesagt bekamen. Die Jugendlichen der diesjährigen bilingualen Klasse im Jahrgang 7 hatten sich die Zahl 70 in ihre Gesichter gemalt und im Foyer der Schule einen Stand errichtet, der an das nunmehr 70-jährige Bestehen der Menschenrechte aufmerksam machen sollte. Interessierte Schüler sowie Lehrer und Mitarbeiter der Goetheschule konnten sich in den Pausen über die beiden Friedensnobelpreisträger 2018 informieren, die die Klasse in Form von menschengroßen Silhouetten ausstellte. Die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad und der kongolesische Arzt Denis Mukwege bekämpfen den Einsatz sexueller Gewalt als Kriegsmittel in weltweiten Konflikten, wofür sie an diesem Montag, den 10. Dezember 2018 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden.

Am Stand der G7b hatten zudem alle Besucher die Möglichkeit, ihre Wünsche für eine friedliche und gerechte Welt an einer Wand niederzuschreiben und erhielten ein Menschenrecht mit auf den Weg, die die Schüler zuvor auf deutsch und auf englisch schülergerecht aufbereitet hatten und als kleine Armbänder unter den Besuchern ihres Stands verteilten.

Die Verabschiedung der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ am 10. Dezember 1948 war ein historischer Moment: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“. Mit diesem Satz haben die Vereinten Nationen jedem Menschen auf dieser Erde – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status – die gleichen Rechte und Freiheiten zugesichert.

Heute, 70 Jahre später, haben sich nun die Schülerinnen und Schüler der Klasse G7b mit dem Thema Menschenrechte beschäftigt. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Frau Sandra Paul und Schulklassen aus acht weiteren europäischen Ländern arbeiten sie in diesem Schuljahr an einem eTwinning-Projekt im mediengestützten Englischunterricht. Die insgesamt neun Klassen aus den Ländern Albanien, Deutschland, Italien, Polen, Portugal und Spanien und sind allesamt UNESCO- Projektschulen, die sich als gemeinsames eTwinning – Projekt die Würdigung verschiedener UNESCO-Feiertage zur Aufgabe machen.

Als die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vor 70 Jahren formuliert wurde, hatte die Welt gerade erlebt, wohin die Missachtung der Menschenwürde während des Zweiten Weltkriegs geführt hatte. Am 10. Dezember 1948 waren daher Menschen aus allen Teilen der Welt, mit unterschiedlichen rechtlichen und kulturellen Hintergründen in Paris zusammengekommen, um eine Grundlage für die menschliche Gemeinschaft, für Frieden und Gerechtigkeit zu formulieren. Sie alle einte die Vision von einer Welt, in der die Würde jedes einzelnen Menschen anerkannt und geschützt wird.

Die Erklärung ist ein Meilenstein in der Geschichte der Menschenrechte. Sie ist das am meisten übersetzte Dokument der Welt und verfügbar in mehr als 500 Sprachen. Auch 70 Jahre nach ihrer Verabschiedung hat sie nichts an Aktualität verloren. Gleichheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde sind universelle Werte – heute wie damals vor 70 Jahren. Das Jubiläumsjahr 2018 bot den Schülerinnen und Schülern der G7b diese Woche die Chance, die Menschenrechte zu feiern und in die Schulgemeinde der Goetheschule zu tragen. Denn auch heute werden die Menschenrechte vielerorts fundamental bedroht.

WPU Kurs / Jahrgang 10 im Felsenmeer

Seit 2015 ist der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ‚UNESCO Global Geopark‘, eine geologisch besonders interessante und schützenswerte Region, in der über 500 Millionen Jahre wechselvoller Erdgeschichte lebendig werden.
Highlights dieses Gebietes sind sind neben dem UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel und dem UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch das Felsenmeer im Lautertal. Auf Wunsch der TeilnehmerInnen des WPU-Kurses ‚UNESCO‘ wurde Letzteres zum Ziel unserer Exkursion direkt nach den Osterferien 2018.
Nach einem Vortrag im Informationszentrum über die letzten 500 Millionen Jahre Erdgeschichte, die zur Entstehung des Felsenmeers geführt hatten sowie über die Kulturgeschichte der vergangenen 2000 Jahre konnten die SchülerInnen die besonderen Formationen und römischen Werkstücke (wie die Riesensäule) bei mildem und trockenen Wetter erwandern und erklettern. Fast alle schafften es, die mehr als 800m der Felsrinne zu meistern.