UNESCO- AG der Goetheschule Dieburg
Rund 25 Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit interkulturellem Lernen und globaler Entwicklung
Seit dem Schuljahr 2009/10 engagieren sich rund 25 Schülerinnen und Schüler der Dieburger Goetheschule zusammen mit den Lehrern Frau Christina Elster und Herrn Karl Rupp in der neugegründeten UNESCO-AG und beschäftigen sich dort mit Themen wie interkulturelle Bildung, Friedenserziehung, Umwelt und Nachhaltigkeit. Seit dem Frühjahr 2010 trägt die Goetheschule den Titel Mitarbeitende UNESCO- Projektschule und ist im Netzwerk der bundes- und weltweiten UNESCO- Projektschulen eingebunden.
Nach dem Grundsatz „Global denken – lokal handeln“ entfaltet die UNESCO- AG immer wieder Aktivitäten mit Blick über den Tellerrand und setzt sich mit Problemen der EINEN WELT auseinander.
So kann im Herbst 2009 die UNESCO- AG zwei Aktivisten der philippinischen Menschenrechtsorganisation „Preda“ willkommen heißen, die über den Verstoß von Menschenrechten auf den Philippinen informieren und dabei insbesondere Kinderarbeit und Kinderhandel in den Fokus stellen.
Die Dieburger Pfarrgemeinde St. Wolfgang engagiert sich schon seit drei Jahren für Straßenkinder in der Bannmeile von Rio de Janeiro und hat mit Spendengeldern ein Wohn- und Schulungszentrum – Miguel Couto – errichtet. Ein Mitglied der Pfarrgemeinde berichtet ebenfalls im Herbst 2009 in der AG über das Hilfsprojekt.
Auch Exkursionen stehen immer wieder auf dem Programm der UNESCO- AG. So besucht eine 26- köpfige Schülergruppe am 15. Dezember 2009 das Schokoladenmuseum in Köln am Rhein, um sich dort unter anderem über die Produktion und den Handel von Schokoladeerzeugnissen zu informieren. Insbesondere wird während einer Führung das Thema „fair gehandelte Schokolade“ und die GEPA, die ihren Sitz in Köln hat, angesprochen. Im Sommer 2010 wird die UNESCO- AG das Museum der Weltkulturen in Frankfurt am Main besuchen.
An der Dieburger Goetheschule besteht seit Jahren eine Schulpartnerschaft mit dem Collège Arthur Rimbaud in Aubergenville/ Frankreich und der Onoway Highschool in Alberta/ Kanada. Diese Schulpartnerschaften nutzt die UNESCO- AG für ihre Zwecke. Eine Schulpartnerschaft mit einer Schule – Colegio Valle Sagrado – in Urubamba/ Peru befindet sich gerade im Aufbau.
Einen Beitrag zur Nachhaltigkeit liefert die im November 2009 in Betrieb gegangene Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Goetheschule, die unter Federführung des Landkreises Darmstadt-Dieburg den Strom für durchschnittlich 25 Drei- bis Vier- Personen- Haushalte liefert.
Am jährlich stattfindenden „Tag der offenen Tür“ verkauft die UNESCO- AG traditionell Produkte aus der so genannten Dritten Welt. Die Idee, einen Weltladen an der Goetheschule fest zu etablieren, besteht seit langem und wird jetzt in die Tat umgesetzt. „Goethes Weltladen“ wird am 25. Mai 2010 nachmittags im ehemaligen Pedell- Raum (Schuldienerzimmer) im rund 100 Jahre alten Schulgebäude feierlich eröffnet, als Dependance des Weltladens Eppertshausen. In „Goethes Weltladen“ können Kunden unter anderem aromatischen Kaffee, pikante Gewürze, Schokolade und Geschenkartikel erwerben. Die Produkte in „Goethes Weltladen“ sind nicht nur von besonderer Qualität – sie sind zugleich ein kleines Stück Weltpolitik. Denn sie stammen alle aus Fairem Handel. Das bedeutet: Die ErzeugerInnen aus der so genannten Dritten Welt erhalten faire Preise, die ihnen ein Leben in Würde ermöglichen.
„Goethes Weltladen“ wird jeweils dienstags und donnerstags nachmittags (12 – 16 Uhr) von Schülern und Senioren der Stadt Dieburg als generationenübergreifendes Projekt geführt. Das Ziel ist, die Schule nach außen zu öffnen. So will man nicht nur Schüler, Eltern und Lehrer als Weltladenkunden gewinnen, sondern insbesondere auch die Dieburger Stadtbevölkerung. In Zusammenarbeit mit dem Dieburger Seniorenbeirat wird dieses Projekt sicherlich ein Erfolg.
Dass an der Dieburger Goetheschule auch noch weitere generationenübergreifende Aktivitäten stattfinden, belegt das Projekt „Generationenübergreifendes Lernen – Schüler machen Senioren fit fürs Netz“. In diesem Kurs trainieren Schüler der Klasse H9 mit Senioren in der Lernwerkstatt, wie man das Internet nutzen kann.
Radiobeitrag zu "Goethes Weltladen" auf hr4 vom 17.06.2010
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Goethes Weltladen wird eröffnet
Goetheschule erhält UNESCO-Urkunde
Am 25. Mai 2010 wird Goethes Weltladen in der Dieburger Goetheschule um 14.30 Uhr im rund 100 Jahre alten Schulgebäude (Raum 111) feierlich eröffnet. In Goethes Weltladen verkaufen Seniorinnen und Senioren mit Schülerinnen und Schülern Produkte aus fairem Handel. Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Honig und andere fair gehandelte Waren werden dort über die Ladentheke gehen.
Der Faire Handel fördert Kleinbauern und –bäuerinnen und benachteiligte KleinproduzentInnen in Entwicklungsländern. Langfristige partnerschaftliche Beziehungen und faire Preise unterstützen Kleinbauern und –bäuerinnen dabei, ihre Existenz zu sichern. Der kombinierte Anbau von Exportprodukten und Erzeugnissen für den regionalen Markt bzw. die Selbstversorgung hilft Millionen von Menschen, der Armut zu entkommen. Der Faire Handel unterstützt die Zusammenschlüsse von Kleinbauern und –bäuerinnen und fördert ihre Aus- und Weiterbildung. Der Faire Handel setzt sich ein für ein Handelssystem, in dem Menschenrechte vor Handelsrechte gesetzt werden. Er streitet für soziale, ökonomische und ökologische Gerechtigkeit.
Gleichzeitig wird während der Eröffnung von Goethes Weltladen der Dieburger Goetheschule eine Urkunde der UNESCO überreicht: Die Goetheschule ist dann „Mitarbeitende UNESCO-Projektschule“.
Goetheschule nimmt an UNESCO Workshop Camp teil
Fünf Schüler und zwei Lehrer im Mai in Loheland/Rhön
Die Schulkoordinatoren der Unesco-Schulen veranstalten für Schülerinnen und Schüler aus allen 18 hessischen Unesco-Projektschulenvom 1O. bis 12. Mai 2O1O ein dreitätiges Workshop-Camp in Loheland/Rhön in der Rudolf-Steiner-Schule zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen und Problemen.
Die Themen der einzelnen Workshops sind verschieden, sie stehen aber in einem Zusammenhang: Die globale Entwicklung hat zu strukturellen Veränderungen in den Produktionsverhältnissen, dem Ressourcenverbrauch, der Migrations- und Fluchtbewegung, der Tierhaltung geführt. In den Workshops geht es darum, diese Entwicklung zu beschreiben. Die Schüler haben Gelegenheit, miteinander und mit Experten über die Probleme und mögliche Lösungen zu sprechen.
Fünf Schüler und ihre Lehrer (Frau C. Elster und Herr K. Rupp) der Dieburger Goetheschule, die seit Frühjahr 2010 mitarbeitende Projektschule ist, nehmen am Workshop 3 "Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie" teil.
Projekt „Alfred Delp“ (Schuljahr 2007/2008)
Wie wichtig die Förderung einer Kultur des friedlichen Miteinanders ist, wurde 2007 besonders deutlich in Erinnerung gerufen. In diesem Jahr setzte sich unsere Schulgemeinde - initiiert von Karl Rupp - intensiv mit dem Schicksal des ehemaligen Schülers und Widerstandskämpfers Alfred Delp auseinander. 1907 geboren war er einer der ersten Abiturienten unserer Schule. In Geschichts-, Religions- und Ethikkursen wurde an seinen Einsatz für Menschen- und Freiheitsrechte während der Zeit des Nationalsozialismus erinnert, den er mit seinem Leben bezahlt hat. Er wurde 1945 in Berlin hingerichtet. Während einer von Schülern gestalteten Feierstunde wurde eine Gedenktafel eingeweiht, die uns Stationen seines Lebens nachvollziehen lässt.
Projekt „Gemeinsam leben – lernen – genießen: Viele Nationalitäten um einen Tisch (Schuljahr 2007/2008)
Im April 2008 fand an zwei Tagen das Projekt „Gemeinsam leben – lernen – genießen: Viele Nationalitäten um eine Tisch“ statt. Initiiert von den Klassenlehrerinnen der Intensivklasse (Ursula Zimmermann) und deren Patenklasse G9c (Ursula Kunith) verhalf es in ungezwungener Atmosphäre zu einem vertieften Kennenlernen zwischen Schüler/innen, die erst in jüngerer Zeit aus anderen Ländern an unsere Schule kamen, und `alteingesessenen´ Jugendlichen. Gerichte aus den jeweiligen Herkunftsländern sowie aus Hessen wurden unter Anleitung der Lehrerin Ingrid Diehl-Beck gemeinsam gekocht und verköstigt, wissenswerte Informationen ausgetauscht und in einem selbsterstellten Buch dokumentiert. Präsentiert wurde diese Aktion am überregionalen Projekttag in Bruchköbel, den unter anderem auch Minister Banzer besuchte.

Projekt „Generationenübergreifendes Lernen im Internet – Schüler machen Senioren fit“ (Schuljahr 2008/2009)
Das Ende 2008 und wegen großer Nachfrage auch 2009 durchgeführte Projekt „Generationenübergreifendes Lernen im Internet – Schüler machen Senioren fit für`s Web“ führte Jung und Alt zusammen. Unter der Federführung von Marlo Hoß und mit Unterstützung von Achim Kircher konnten zehn Schüler/innen der H9b als Experten in Sachen Computer Erfahrungen in der Rolle des Lehrenden sammeln, für ältere Mitbürger lichteten sich Wege im „Internet-Dschungel“. Für diesen ehrenamtlichen Einsatz erhielten die Schüler eine Würdigung des Landes Hessen sowie den 3.Platz beim von Unternehmerverbänden ausgeschriebenen „Innovationspreis 2009“.

Ausblick
Die geschilderten Projekte haben Lust auf „mehr“ gemacht.
Für die Zukunft sind unter anderem eine Unesco-Schüler-AG und die Eröffnung eines „Eine-Welt-Ladens“ geplant.
