Druckansicht   PDF erzeugen

Die Intensivklasse der Goetheschule Dieburg

 Was ist eine Intensivklasse?


Die Goetheschule in Dieburg ist der Standort einer Intensivklasse. Diese Klasse besuchen Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe I, die keine oder nur sehr geringe Deutschkenntnisse haben. Schulpflichtige Kinder, die als Seiteneinsteiger mit Migrationshintergrund aus dem Ausland nach Deutschland kommen und in Dieburg und den umliegenden Ortschaften wohnen lernen in der Intensivklasse zur besseren Integration intensiv Deutsch. Nach etwa einem Jahr Intensivklasse sollten die Schüler und Schülerinnen so gute Deutschkenntnisse haben, dass sie dem Unterricht in der altersentsprechenden Regelklasse folgen können.

 

 

 

 

 

 

Ziel und Struktur der Intensivklasse

 

  • die Intensivklasse hat den größten Teil ihrer Wochenstunden das Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF).
  • außerdem haben die Schüler und Schülerinnen die Fächer Mathematik, Englisch, Kunst, Sport und Arbeitslehre.
  • zur besseren Integration und zur Förderung des Spracherwerbs besuchen Intensivklassenschüler nachmittags Arbeitsgemeinschaften aus dem Angebot „Familienfreundliche Schule“.
  • die Verzahnung mit dem Regelunterricht anderer Klassen fördert den Ausbau individueller Vorkenntnisse; so besuchen z.B. einige Schüler den Englischunterricht von Regelklassen ihrer Altersstufe.
  • Band 1 und 2 unseres Deutsch-Lehrwerkes „WIR“ muss bis zum Wechsel in eine Regelklasse beherrscht werden, das entspricht der Niveaustufe A1 und A2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GeR)
  • der Wechsel in eine Regelklasse wird frühestmöglich vollzogen, meist sind die Deutschkenntnisse nach etwa einem Jahr ausreichend.
  • die Schüler und Schülerinnen verlassen die Intensivklasse sobald sie - unterstützt durch andere Sprachfördermaßnahmen - in einer Regelklasse an einer Schule in ihrem Wohnort erfolgreich mitarbeiten können. Bei Elternwunsch kann auch der weitere Besuch einer Regelklasse an der Goetheschule genehmigt werden.

 


 

Zur Unterstützung einer schnellen Integration nimmt die Intensivklasse an besonderen schulischen Ereignissen teil (Ausflüge mit anderen Klassen, Unternehmungen mit der Patenklasse, Präsentation am Tag der offenen Tür, Projektwoche, UNESCO-Projekt, themenbezogene Unterrichtsbesuche, z.B. im Fach Ethik: „Interkulturelles Lernen“).


Zur Zeit besuchen 13 Schüler und Schülerinnen aus 9 Ländern die Intensivklasse:



 


 


Die Intensivklasse in der Wintersonne
Alexander, Anastasios, Andzhelika, Cassandra, Damian, Kavin, Marina, Patryk, Robin, Rolandito, Sven, Blen, Samra (nicht auf dem Foto), Klassenlehrerin U. Zimmermann

Ein Besuch des Schulamtes

HERZLICH WILLKOMMEN IN DER INTENSIVKLASSE -


so stand es an der Tafel der Intensivklasse, und zwar am 12. Mai 2009. An diesem Tag besuchte eine Abordnung des Staatlichen Schulamtes den Unterricht der Intensivklasse. Auch unsere Schulleiterin, Frau Schnitzke-Haas, nahm an der Unterrichtsstunde teil.


Der Willkommensgruß stand aber nicht nur in deutscher Sprache an der Tafel, sondern auch in den Landessprachen und in den Schriftzeichen aller Herkunftsländer der Intensivklassenschüler: in türkisch, polnisch, punjabi, bulgarisch, amharisch und tigrina, und sogar auch in chinesisch-japanischen Schriftzeichen eines Gastschülers, der während der Französischstunden seiner Stammklasse auch am Deutschunterricht der Intensivklasse teilnimmt.


Alle Gäste waren sehr beeindruckt von den Leistungen der Intensivklassenschüler und Schülerinnen. Der erste Teil der Unterrichtsstunde bestand aus einer Vorstellungsrunde: jeder Schüler stellte sich ausführlich und frei sprechend vor. Danach folgte eine Unterrichtssequenz zu Grammatik, Phonetik, Lese- und Hörverstehen. Ganz spontan kam eine lebhafte, interessante Diskussion zwischen den Schülern auf brachte eine fröhliche Stimmung in die Klasse. Es ging um die Frage, ob eine Person aus unserem Lehrbuch gefährlich lebt, weil sie zu viel arbeitet und viele Überstunden macht. Wen Genaueres interessiert, der frage meine Schüler und Schülerinnen!


Natürlich schloss die Stunde mit der Gastfreundlichkeit der Herkunftsländer: einige Schülerinnen hatten Spezialitäten aus ihren Ländern selbst zubereitet und boten es unseren Gästen an. So ging eine außergewöhnliche und aufregende Stunde mit einem leckeren Imbiss und lockeren Gesprächen zu Ende.


Ich glaube, es hat allen Beteiligten, den Gästen und den Schülern, sehr gut gefallen. Mir als Klassenlehrerin natürlich auch, und stolz auf meine Klasse bin ich außerdem!


U. Zimmermann