Ethik
Fachschaft: Ethik - evangelische Religion - katholische Religion
- Mitglieder
der Fachgruppe
Zur Fachschaft Religion gehören alle Kolleginnen und
Kollegen, die die Fächer Ethik, evangelische Religion und katholische Religion
vertreten.
Diese sind: Silke Borst, Eva Dick, Christina Elster, Irmela Irmscher, Daniela Juhnke- Welde,
Claudia Kömpel, Rudolf Kretz,
Claudia Mohrhard, Karl Rupp,
Rupert Schnell, Gabriele Schoberth und Rita Schulz.
- Planmäßiger
Unterricht (Ethik, evang./kath. Religion)
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Jahrgang |
Stundenzahl |
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5 |
Jeweils 2 Stunden |
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6 |
Jeweils 2 Stunden |
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7 |
Jeweils 2 Stunden |
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8 |
Jeweils 2 Stunden im Gymnasial- und Hauptschulzweig |
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9 |
Jeweils 2 Stunden |
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10 |
Jeweils 2 Stunden |
- Eingesetzte
Lehrwerke
Ethik:
Ethik. Cornelsen Verlag. Bände 5/6. 7/8. 9/10
Evangelische Religion:
Das Kursbuch Religion: Ein Arbeitsbuch für den
Religionsunterricht. Calwer Verlag. Bände 1-3.
Katholische Religion:
Zeit der Freude: Religion – Sekundarstufe I Jahrgangsstufen
5/6. Patmos Verlag.
Wege des Glaubens: Religion – Sekundarstufe I Jahrgangsstufe
7/8. Patmos Verlag.
Zeichen der Hoffnung – Sekundarstufe I Jahrgangsstufe 9/10.
Patmos Verlag.
- Bildungs-
und Erziehungsziele des Faches Religion
·
Die
Bildungs- und Erziehungsziele orientieren sich grundsätzlich an den Richtlinien
und Lehrplänen für Gesamtschulen – Sekundarstufe I- des Hessischen
Kultusministeriums.
Allgemeine Ziele des
Faches:
- Förderung
der individuellen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen durch die Auseinandersetzung
mit der Frage nach Gott, Religion, Glaube und Kirche.
- Erziehung
zur Mitbestimmung und Mitverantwortung sowie zur kulturellen Mitgestaltung
in unserer Gesellschaft durch die Auseinandersetzung mit dem biblisch
begründeten Glauben, der Verantwortungsbewusstsein, Friedenspraxis und die
Bewahrung der Schöpfung vermittelt.
- Beitrag
zu einer ethischen Orientierung zur Auseinandersetzung mit Fragestellungen
wie Gutsein, Vertrauen, mitmenschliche Bejahung sowie Mitverantwortung.
Fachspezifischer Auftrag
des Faches:
- Reflexion
der Frage nach Gott, nach Deutung der Welt, nach dem Sinn und Wert des
Lebens und nach den Normen für menschliches Handeln.
- Auseinandersetzung
mit der Wirklichkeit, dem Verantworten und der Botschaft des Glaubens.
- Befähigung
zu persönlicher Entscheidung in Auseinandersetzung mit Konfessionen und
Religionen sowie mit Weltanschauungen und Ideologien.
- Förderung
und Verständnis gegenüber der Entscheidung anderer.
- Motivation
zu religiösem Leben und zu verantwortlichem Handeln in Gesellschaft und
Kirche.
- Bildungs-
und Erziehungsziele des Faches Ethik
Allgemeine Ziele des Faches:
- Förderung
ethischer Urteilsbildung, Sensibilisierung für die moralische Dimension
von Handlungssituationen in der Gesellschaft auf dem Hintergrund einer
freiheitlich-demokratischen Ordnung.
- Auseinandersetzung
mit Ideologien, Weltanschauungen; Förderung von Verständnis und Toleranz,
Förderung von verantwortlichem Handeln in der Gesellschaft.
Fachspezifischer
Auftrag des Faches:
- Einsicht
in die zivile Ordnung eines Zusammenlebens.
- Erweiterung
der Wahrnehmungsfähigkeit in Bezug auf Religionen, Weltanschauungen und
kulturellen Traditionen.
- Einübung
und Anwendung der Regeln praktischer Argumentation sowie Toleranz
gegenüber dem Glauben und den Ansichten anderer.
- Teilnahme
am öffentlichen Diskurs über gesellschaftliche Probleme.
- Methoden
des Faches
- Förderung
der Sprachbildung: Sprechen in Bildern und Symbolen
- Begriffserklärungen
- Kommunikationsfähigkeit
- Beherrschung
elementarer Lern - und Arbeitstechniken, z.B. Lesetechniken,
Protokollieren, Heftführung, Arbeitsplanung.
- Beherrschung
elementarer Gesprächs – und Kooperationstechniken, z.B. freies Reden,
Stichwortmethode, Fragetechniken, Präsentationsmethoden, Gesprächsführung,
Diskussion.
- Beherrschung
von Makromethoden, z.B. GA, Projekt, Referat.
- Regelmäßige
Wettbewerbe/ Projekte
- Projekt
des Ethikkurses G9: Lesen einer Ganzschrift zum Thema Aids
- Lesen
einer Ganzschrift zum Thema „Drogen und Sucht“.
- Einladung
von Gästen in den Unterricht (z.B. Gebärdendolmetscherin/
Polizeikommissar).
- Projekt
des katholischen Religionskurses G5: Der Lehrplan sieht im Gymnasialzweig
der 5. Jahrgangsstufe den Themenbereich Jesus von Nazaret – Umwelt Jesu
vor. Nach Vorinformationen anhand der Bibel wird dieser Themenbereich
handlungsorientiert mit den Schülerinnen und Schülern in einem
Langzeitprojekt erarbeitet. Mit einer Vielfalt von Materialien, die die
Schülerinnen und Schüler selbst mitgebracht haben, wird die Landschaft des
Heiligen Landes im Sinne einer topographischen Karte plastisch aufgebaut.
Durch den handelnden Umgang mit den Materialien dringen die Schülerinnen
und Schüler besonders intensiv in die Thematik ein und dadurch werden die
Bibeltexte aktuell und lebendig.
Die Ergebnisse dieses
Unterrichtsprojekts werden am 05. Dezember am Tag der offenen Tür ausgestellt.
- Fächerübergreifende
Aspekte, z. B.
mit den Fächern Kunst oder Deutsch.
- Leistungsbeurteilung
- 30%
schriftlich, 70% mündlich
- Lehrpläne
Ethik
Jahrgangsstufe 5:
a)
Freiheit
I: Der Mensch lebt in natürlichen und sozialen Abhängigkeiten. Sich etwas
zutrauen – Selbstvertrauen entwickeln
b)
Würde
des Menschen I: Pflichten gegen sich selbst und Pflichten gegen andere:
Bewahrung der Natur.
c)
Religion
I: Die großen Erzählungen der Religionen: Schöpfungsmythen, Religionsstifter im
besonderen Jesu, Heilige Schriften der abrahamitischen
Religionen.
d)
Wahrheit
und Lüge I: Täuschungen.
Jahrgangsstufe 6:
a)
Gewissen
und Identität: Das Gute und das Böse.
b)
Recht
und Gerechtigkeit I: Gleiches gleich, Ungleiches ungleich.
c)
Religion
II: Ausdrucksformen der Religionen.
d)
Menschenbilder:
Wer will ich sein?
Jahrgangsstufe 7:
a)
Freiheit
II: Freiheit im Widerstreit der Interessen.
b)
Würde
des Menschen II: Der Mensch als Mittel und Zweck.
c)
Gewissen
und Identität II: Sich selbst finden – ich und die anderen.
d)
Recht
und Gerechtigkeit II: Das Recht/ Freiheit und die Gleichheit der Rechte.
e)
Islam.
Jahrgangsstufe 8:
(Gymnasium)
a)
Liebe,
Freundschaft, Sexualität
b)
Ehe
und Partnerschaft
c)
Recht
und Gerechtigkeit
d)
Glück:
Eudaimonistische Begründung
e)
Menschenrechte
f)
Menschen-
und Weltverständnis
(Hauptschule)
a)
Liebe,
Freundschaft, Sexualität
b)
Partnerschaft,
Ehe und Familie (Schwangerschaftsabbruch)
c)
Lebenswünsche
– Lebensziele
d)
Recht
haben – Recht bekommen
e)
Leben
in einer interkulturellen Gesellschaft
f)
Jeder
Mensch hat ein Gewissen
Jahrgangsstufe 9:
(Gymnasium)
a)
Weltreligionen
b)
Menschen-
und Weltverständnis
c)
Religiöse
Sinngebung des Lebens
d)
Wahrheit
und Erkenntnis
e)
Gewissen
und Identität
f)
Tod
und Sterben
(Hauptschule)
a)
Leben
in einer interkulturellen Gesellschaft
b)
Weltreligionen
– welche Weltreligionen gibt es? (Basiswissen)
c)
Antworten
der Religionen auf die Frage nach dem Sinn des Lebens
d)
Gewissen
und Verantwortung
e)
Verantwortung
übernehmen
f)
Sterben
– eine Privatangelegenheit
(Realschule)
a)
Liebe,
Freundschaft, Sexualität
b)
Liebe,
Partnerschaft, Ehe (Schwangerschaftsabbruch)
c)
Gleiches
Recht für alle?
d)
Wozu
brauchen wir Menschenrechte?
e)
Schwierigkeiten
mit der Gerechtigkeit
f)
Gewissenskonflikte
– das Eigene und das Fremde
Jahrgangsstufe 10:
(Realschule)
a)
Weltreligionen
– welche Weltreligionen gibt es? (Basiswissen)
b)
Antworten
der Religionen auf die Frage nach dem Sinn des Lebens
c)
Selbstbestimmung
und Vernunft
d)
Gewissen
und Verantwortung
e)
Medizinischer
Fortschritt – Fluch oder Segen?
f)
Sterben
– eine Privatangelegenheit?
Evangelische Religion
Jahrgangsstufe
5:
a) Sich etwas zutrauen. Angenommensein:
Selbstvertrauen und Glaube. Leben in sozialen Abhängigkeiten.
b) Bewahrung der Schöpfung
(evangelisch- katholisches Gemeinschaftsprojekt)
c) Jesus von Nazaret: Sein Reden und
Handeln als Frohe Botschaft. Umwelt Jesu und Beginn der frühen Kirche.
d) Die Bibel entdecken.
Jahrgangsstufe
6:
a) Umgang mit Gewalt – Umgang mit sich
selbst und die neue Gerechtigkeit Jesu – Umgang mit Konflikten.
b) Andere und Ich – Leben in
kultureller Vielfalt. Religiöse Symbole entdecken und deuten.
c) Dem Gott, der befreit, trauen.
Aufbruch, Weggeleit, Ankunft: Abraham und Judentum.
d) Kirchenjahr
Jahrgangsstufe
7:
a) Füreinander da sein – Diakonie
b) Entstehung des Christentums: Die
Botschaft vom Reich Gottes und die Sakramente der Taufe und des Abendmahls
c) Zukunft gestalten – prophetisch
Handeln
d) Dem Islam begegnen.
Auseinandersetzung und Toleranz
Jahrgangsstufe
8:
(Gymnasium)
a) Gemeinschaftsprojekt: evangelisch –
katholisch- ökumenisch; Auseinandersetzung in der Kirche
b) Vorbilder und die Suche nach
Orientierung
c) Die Frage nach Gott
d) Die reformatorische Entdeckung
e) Neue religiöse Bewegungen (Sekten)
Jahrgangsstufe
9:
(Gymnasium)
a) Liebe, Partnerschaft, Sexualität
b) Gemeinschaftsprojekt: Wofür es sich
zu leben lohnt?
c) Weltreligionen (Basiswissen)
d) Kirche in der Neuzeit
e) Sinnfrage; Scheitern, Schuld und
Vergebung
f)
Sterben,
Tod und Auferstehung
(Realschule)
a) Gemeinschaftsprojekt: evangelisch –
katholisch – ökumenisch; Auseinandersetzung in der Kirche
b) Vorbilder und Suche nach
Orientierung
c) Die Frage nach Gott
d) Die reformatorische Entdeckung
e) Neue religiöse Bewegungen (Sekten)
Jahrgangsstufe
10:
(Realschule)
a) Liebe, Partnerschaft, Sexualität
b) Gemeinschaftsprojekt: Wofür es sich
zu leben lohnt?
c) Weltreligionen (Basiswissen)
d) Kirche in der Neuzeit
e) Sinnfrage; Scheitern, Schule und
Vergebung
f)
Sterben,
Tod und Auferstehung
Katholische
Religion
Jahrgangsstufe
5:
a) Sich etwas zutrauen. Angenommensein:
Selbstvertrauen und Glaube. Leben in sozialen Abhängigkeiten
b) Bewahrung der Schöpfung
(evangelisch-katholisches Gemeinschaftsprojekt)
c) Jesus von Nazaret: Sein Reden und
Handeln als Frohe Botschaft. Umwelt Jesu und Beginn der frühen Kirche
d) Die Bibel entdecken
Jahrgangsstufe
6:
a) Umgang mit Gewalt – Umgang mit sich
selbst und die neue Gerechtigkeit Jesu – Umgang mit Konflikten
b) Religiöses Leben an unserem Ort.
Religiöse Symbole entdecken und deuten.
c) Dem Gott, der befreit, trauen.
Aufbruch, Weggeleit, Ankunft: Abraham und Judentum.
d) In der Nachfolge des Herrn.
Eucharistie, Diakonie und Kirchenjahr.
Jahrgangsstufe 7:
a)
Schuld und Vergebung. Gewissen, Umkehr, Versöhnung.
b)
Die Botschaft vom Reich Gottes. Gleichnisse und
Wundererzählungen – Entstehung des Christentums
c)
Christus bekennen. Die Sakramente der Taufe und der
Firmung.
d)
Dem Islam begegnen. Auseinandersetzung und Toleranz.
Jahrgangsstufe 8:
(Gymnasium)
a)
Gemeinschaftsprojekt: evangelisch – katholisch –
ökumenisch; Auseinandersetzung in der Kirche
b)
Suche nach einem erfüllten Leben – Persönlichkeitsentwicklung
c)
Gottesbilder im Leben der Menschen
d)
Menschenbilder und Gottesebenbildlichkeit
e)
Darf man alles, was man kann?
f)
Arbeiten müssen – arbeiten dürfen
Jahrgangsstufe 9:
(Gymnasium)
a)
Partnerschaft, Liebe, Treue
b)
Weltreligionen (Basiswissen)
c)
Juden und Christen - Geschwister im Glauben
d)
Königtum und Prophetie
e)
Vom Tod zum Leben
f)
Sehnsucht nach einem erfüllten Leben
(Realschule)
a)
Gemeinschaftsprojekt: evangelisch – katholisch –
ökumenisch; Auseinandersetzung in der Kirche
b)
Suche nach einem erfüllten Leben –
Persönlichkeitsentwicklung
c)
Gottesbilder im Leben der Menschen
d)
Menschenbilder und Gottesebenbildlichkeit
e)
Darf man alles, was man kann?
f)
Arbeiten müssen – arbeiten dürfen
Jahrgangsstufe 10:
(Realschule)
a)
Partnerschaft, Liebe, Treue
b)
Weltreligionen (Basiswissen)
c)
Juden und Christen – Geschwister im Glauben
d)
Königtum und Prophetie
e)
Vom Tod zum Leben
f)
Sehnsucht nach einem erfüllten Leben
"Be your own hero" - Ein Bericht zum Vortrag in der Goetheschule
Es ist der 5. März 2010.
7 Uhr 37.
Die Abschlussklassen der Goetheschule Dieburg sammeln sich in der Mensa, die Stimmung ist unbeschwert, über hundert Stimmen klingen wild durcheinander.
Gespannt warten wir auf den angekündigten Referenten Joachim Franz und seinen Vortrag zum Thema AIDS/HIV.
Entspannt freut sich der ein oder andere vielleicht über zwei entfallende Unterrichtsstunden.
7 Uhr 41.
Auftritt Joachim Franz.
Es ist ruhig geworden.
Einer, der erfolgreich sein Leben in die Hand genommen hat, erzählt; wir hören zu.
Joachim Franz: Es ist die Geschichte eines Mannes, der kurz vor seinem 30. Geburtstag einen Traum hatte. Einen Traum vom “Cool Water Man” und seinem eigenen Gesicht, das ihm vom Hals des durchtrainieren Werbestars entgegenblickt.
Die Geschichte eines Mannes, der am nächsten Morgen erwacht, Schichtarbeiter bei Volkswagen und fett ist.
Vor allem aber ist es die Geschichte eines Mannes, der beschließt, sich in jeglicher Hinsicht zu bewegen.
Mit 123 kg beginnt Joachim Franz ungeachtet des gefürchteten “Horst - Faktors” zu laufen und sein Leben grundlegend zu ändern. Er erkennt, wie wichtig es ist, sich zu positionieren, zu erkennen, wo man steht, um herausfinden zu können, wohin man gehen soll und auf dem bevorstehenden Weg schließlich auch mal Egoist zu sein.
Seine Anmeldung für die Teilnahme an einem Marathon stößt auf wenig Begeisterung, erste purzelnde Pfunde auf Spott.
“Menschen stolpern nicht über Berge, Menschen stolpern über Maulwurfshügel”, sagt Joachim Franz heute.
Vier Monate später hat er 50 kg abgenommen, ist seinen Marathon gelaufen und entscheidet schließlich, dass der ins Auge gefasste “Iron Man” mit 88 Verpflegungsstellen nicht das ist, was er will.
Also fährt der Schichtarbeiter aus Wolfsburg 6300 km mit dem Rad bis an Nord-Cap.
“Für ‘ne Curry-Wurst ans Nord-Cap”, lautetet die Überschrift, als eine aufmerksam gewordene Zeitung ihn nach dem „Warum“ fragt und ihm nichts Besseres einfällt, als die Curry-Wurst, auf die er sich im Anschluss freue.
Die nächste Tour fährt Joachim Franz dann schließlich für den Regenwald.
Aus dem Übergewichtigen ist ein Sportler und aus dem Sportler ist ein bekannter Extremsportler geworden.
1997 nimmt er an den “Red Gauloises”, die den Untertitel “Mensch und Material werden vernichtet” tragen, teil und gewinnt die Erkenntnis, dass „Schmerz geht und Stolz bleibt“.
1999, während dem „Adventure Race“, muss er zum ersten Mal wieder an dieser zweifeln.
Schließlich ist es Anke, “die Achse des Bösen”, die ihn und sein Team mit der Frage, ob sie denn auf einem Mädchengeburtstag seien, noch weiter vorantreibt, als sich Haut und Nägel schon von den gequälten Füßen verabschiedet haben und jede Schmerzgrenze längst überschritten ist.
Joachim Franz klettert an Felswänden voller Fledermausscheiße empor und übersteht 100 Stunden Extremsport mit nur einer einzigen Stunde Schlaf. Er beweist mehrfach, dass kein Berg zu groß und kein Weg zu lang ist, bis er schließlich 1999 auf einer seiner Expeditionen ein Erlebnis macht, dass ihn an die tatsächlichen Herausforderungen dieser Welt heranführt.
Es ist ein Sterbehaus in Manila, in dem Tote und Halbtote in ihren eigenen Fäkalien, ihrem Erbrochenen und dem entsetzlichen Gestank vor sich hin vegetieren.
Diese Menschen wurden von der Gesellschaft aufgegeben.
Diese Menschen haben AIDS.
Nach 10 jährigem, teils gesponsertem Extremsport der Sache halber, stirbt bei einer Nepal-Expedition einer der Teilnehmer an einem Hirnödem und Joachim Franz entscheidet, dass er sein Leben nicht mehr ohne ersichtlichen Grund riskieren möchte.
“Haben wir das Recht diese Welt zu nutzen, ohne etwas zurückzugeben?”, fragt er uns an diesem Morgen eindringlich.
Der Extremsportler wird zum AIDS-Aktivisten.
8 Uhr 54.
Es ist still.
So still, dass man meinen könnte, die Anwesenden hätten das Atmen eingestellt.
Joachim Franz berichtet von politischer Ignoranz, von Widerstand und Geringschätzung, die ihm auf seinem Kampf für mehr Anteilnahme und Verantwortung am Thema HIV widerfahren.
Er erzählt von jährlich 150 bis 200 000 verschleppten Kindern und Säuglingen, die als garantiert HIV- negative Prostituierte für ca. 100 € verkauft, vergewaltigt und anschließend weggeworfen werden.
Er nennt schockierende Zahlen: Jährlich sterben ca. 3,2 Millionen Menschen an HIV; - ihr Sterben jedoch zieht nicht einmal ansatzweise so viel Betroffenheit mit sich, wie empfunden wird, wenn 200 000 Menschen bei einem Erdbeben umkommen.
Warum? - Kann diese Gesellschaft denn wirklich so ignorant sein, dass sie immer noch denkt, wer AIDS hat, sei selber schuld, Prostituierter oder zumindest schwul? Entgegen dieser aus Unwissenheit und Desinteresse resultierenden Meinung infizieren sich beispielsweise 1 000000 Säuglinge jährlich noch während der Geburt bei ihren Müttern.
1 000000 Leben, die für nur 50 € pro Kind gerettet werden könnten.
Die Vereinten Nationen behaupten, es sei kein Geld da. Joachim Franz jedoch gibt die mehr als vier Billionen (4 000 Milliarden) US-Dollar, die im Zuge der Wirtschaftskrise gezahlt wurden, zu bedenken.
Als der AIDS-Aktivist uns ein Bild von drei kleinen Mädchen, die er seine Freundinnen nennt, zeigt und erklärt, dass diese außer ihrer AIDS - Infektion und ihrem, für ihn unerklärlichem Strahlen im Gesicht noch etwas gemeinsam haben, die Tatsache nämlich, dass sie alle drei heute tot sind, laufen manchen von uns Schauer über den Rücken, anderen Tränen übers Gesicht.
Trotz der scheinbar erdrückenden Hoffnungslosigkeit, gibt Joachim Franz nicht auf. Als Reaktion auf die Aussage, die Suche nach einem AIDS-Impfstoff sei wie eine Fahrt mit dem Fahrrad von Paris nach Dakar - man kann es versuchen, aber weiß nicht, ob man jemals ankommt-, reagiert er mit einer Fahrt eben dieser Strecke.
“Lasst euch nie einreden, dass ihr etwas nicht schaffen könnt”, sagt er und schenkt damit Hoffnung.
Joachim Franz appelliert an das Verantwortungsgefühl der Menschen und fordert, dass wir die Grenzen in unseren Köpfen abbauen. Wie unerbittlich er dafür kämpft, dass Länder wie China - mit der z.Zt. höchsten Zahl an Neuinfektionen - die Augen öffnen, beweist er, als er eine drei Meter große Aidsschleife an einer Stelle der Grenze in 2000 m Höhe trägt, da die chinesische Regierung dem AIDS-Aktivisten den Grenzübergang verweigert hatte.
“Ein Zeichen des Lebens in der Todeszone”, beschreibt er die Expedition treffend.
Der nun ehemalige Schichtarbeiter berichtet uns, dass er im Laufe seiner bisherigen Aktivität im Kampf gegen HIV jede Menge Zuspruch, aber auch jede Menge Gegenwind erfahren durfte.
“Uns wurde auf die Fresse gehauen”, erzählt er, und gleichzeitig, dass er und sein Team immer weitermachen werde; -“Weil’s die Welt wert ist.”
Joachim Franz steht vor uns als Europäer des Jahres 2009, Botschafter der Vereinten Nationen, viel gebuchter Referent in Fernsehsendungen, aber auch an Schulen wie unserer.
Doch er selbst sagt, darauf komme es nicht an.
-“Herz muss man haben.”
Und solange das Funkeln, “die Flamme der Hoffnung” in den Kinderaugen noch nicht erloschen ist, wird Joachim Franz weiter AIDS-Schleifen auf Berge schleppen und damit hoffentlich noch viele Menschen mehr wachrütteln.
Es ist der 5. März 2010.
9 Uhr 20
Minutenlanger stehender Applaus.
Wir durften einen Mann erleben, der es geschafft hat, sich selbst zu helfen, und nun der ganzen Welt helfen kann.
Einen Mann, der voranzieht, und gleichzeitig hinter den Menschen steht.
Einen Mann, der durch seine ganz eigene und authentische Geschichte Hoffnung schenkt und Mut macht.
Es ist nicht mehr still.
Wir sind bedrückt,
wir sind seltsam aufgedreht.
Man könnte es vielleicht so ausdrücken:
Wir wurden bewegt.
Wir sind bewegt.
- Nun möchten wir etwas bewegen.
Unser tiefempfundener Dank gilt Joachim Franz sowie auch Frau Kömpel, die diesen bereichernden Besuch erst möglich gemacht hat.
- DANKE.
geschrieben von Viktoria Dück, G 10b
Auf der Homepage von "Be your own Hero eV." läßt sich mehr zur Arbeit des Vereins nachlesen und unter "News" findet sich ein Artikel des Vortrags in der Goetheschule Dieburg
Kulturelle Vielfalt "vor Ort"
Welcher Ort scheint geeigneter als Schule, um das Zusammenleben in einer Welt kultureller Vielfalt zu lernen? Sich „vor Ort“ zu begegnen, stand im Zentrum des Austausches des Ethikkurses F 6b von Frau Kömpel und der Intensivklasse der Schule von Frau Zimmermann. Bereits im Ethikunterricht im Rahmen der Unterrichtsreihe „Leben in der multikulturellen Gesellschaft“ vorbereitet, hatten die Schülerinnen und Schüler in Texten von Kindern in anderen Ländern, hier insbesondere in afrikanischen Ländern, von deren Kultur und Lebensweise erfahren, hatten sie mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit verglichen und dabei Unterschiede, aber auch viele Parallelen entdeckt. So konnten die Schülerinnen und Schüler auch aus ihrem eigenen Heimatland erzählen. Hier wurde schnell deutlich, dass es doch noch viel spannender wäre, Menschen anderer Kulturen einmal „vor Ort“ einzuladen. Der Entschluss war gefasst, ein „Begegnungsfest“ zu organisieren. Nun hieß es noch, einen gemeinsamen Termin zu finden und die Begegnung genauer zu planen. Dabei hatten die Schülerinnen und Schüler des Ethikkurses etliche Fragen aufgeschrieben, die sie ihren „Gästen“ stellen wollten. Der Eifer war groß und Fragen wie „Was ist, wenn die Gäste kein Deutsch verstehen?“ oder „Kommt jemand aus Polen, ich kann nämlich polnisch!“ brachte schon im Vorfeld Aufregung, aber auch Vorfreude.
Und dann war es soweit, fast feierlich mit selbstgebackenen Plätzen und Kuchen, ging der Ethikkurs ins nebenstehende Gebäude, ganz hoch unter dem Dach in die dritte Etage. Sichtlich neugierig wurden auch sie erwartet und schnell verteilten sich 23 Schülerinnen und Schüler im Raum. Zunächst ein wenig zögernd, nahmen dann auch einige von ihnen die wenigen freien Sitzplätze ein. Nach der Begrüßung durch Frau Zimmermann, die alle herzlich willkommen hieß, stellten sich alle gegenseitig vor. Hier war gutes Zuhören und Stille gefragt, um sich gegenseitig genau zu verstehen. Dass sich der Klassenraum der Intensivklasse doch ein wenig von dem ihrem unterscheidet, wurde anhand von Folien deutlich, die an der Rückwand befestigt und auf denen in den verschiedenen Sprachen und Schriftzeichen deutlich wurde, dass es auch so besondere Sprachen wie „tigrina“ oder „punjabi“ gibt. Einige konnten schließlich auch in ihrer „Heimatsprache“ polnisch oder auch auf griechisch Fragen stellen, bevor Kuchen und Plätzchen des Ethikkurses an die „Gäste“ als Dankeschön verteilt wurden. Eine aufregende Ethikstunde, aber auch eine besondere Stunde für die Intensivklasse ging zu Ende. „Können wir das nochmal machen?“ fragte eine Schülerin am Schluss. In solch einer Begegnung steckt eben doch mehr, als Texte es vermögen, kulturelle Vielfalt Schülerinnen und Schülern nahe zu bringen.
Claudia Kömpel
Ein japanisches Fußballtrikot im Ethikunterricht?
Was hat ein japanisches Fußballtrikot mit dem Thema der aktuellen Unterrichtsreihe „Drogen und Sucht“ im Ethikunterricht zu tun?
Das ließ auch die Schülerinnen und Schüler (im Folgenden SuS) des Jahrgangs G 10 aufhorchen. Gefragt hatte sie dieses Herr Uwe Walzel, Kriminalhauptkommissar und Jugendkoordinator des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt, am Morgen des 30.09., als er auf Einladung der Ethiklehrerin in den Unterricht gekommen war. Zunächst konnten auch die SuS nicht erkennen, was denn nun das Besondere des blauen, mit der Zahl 26 versehenen Fußballtrikots mit ihrem Thema „Drogen“ tun haben sollte. Es wurde detailliert beschrieben, doch des Rätsels Lösung war eben jene „26“, die nicht nur links oben auf der Vorderseite, sondern noch größer auf der Rückseite des Trikots stand. Uwe Walzel klärte die SuS auf: Er selbst war 2006 als TSC-Security-Betreuer für die japanische Fußballmannschaft eingesetzt und hatte als Dankeschön jenes Trikot erhalten (üblicherweise sind in einem Kader bei einer Weltmeisterschaft nur 23 Spieler, aber wie der begleitende Koch und ein weiterer, für den geregelten Ablauf der Meisterschaft, Zuständiger erhielten sie die Trikots 24 und 25 und Herr Walzel damit die „26“). Als die SuS nun gefragt wurden, wer denn aus dem Kurs besonders fußballbegeistert wäre, schnellte ein Finger schnell hoch. Gefragt, ob dieser denn einen Zusammenhang mit dem Thema sähe, klickte es in den Köpfen der Jugendlichen. „Ja klar, Sport und Doping!“ Und es wurde allen deutlich, dass auch unter Zuhilfenahme von Dopingmedikamenten keiner über Nacht zu einem „neuen Ballack“ wird, sondern neben Talent fleißiges Trainieren zwingend notwendig ist. Welche Wirkung Doping, aber auch welche „Nebenwirkungen“ damit einhergehen, skizzierte Herr Walzel ebenso an die Tafel, wie auch der sich anschließende Vergleich mit Drogen. Hier konnten die SuS punkten, hatten sie sich in den vergangenen Wochen sehr intensiv mit den verschiedenen Drogen auseinandergesetzt.
Dass auch das Thema Alkohol zu einer illegalen Droge werden kann, erläuterte Herr Walzel mit Hinweis auf das Jugendschutzgesetz und den Folgen seiner Missachtung. Nach abschließenden Fragen der SuS war diese Unterrichtsstunde (vielleicht im Gegensatz zu manch anderen) wohl eindeutig zu kurz gewesen. Mit dem Hinweis, dass es wichtig sei, dass Erwachsene junge Leute über die Gefahren von Drogen aufklären, entließ er sie, auch mit der realistischen Einschätzung, nicht immer alle Jugendlichen erreicht zu haben. Dabei hätten die SuS des Ethikunterrichts „gerne noch wenigstens die Pause gehabt“, um mehr zu erfahren. Ein schönes und positives Signal!
Claudia Kömpel






